Kongosalmler setze ich in einem 70l-Becken bei 24 °C in torfgefiltertem Wasser
mit einer Härte von etwa 3 dGH zur Zucht an. Die Leitfähigkeit des Zuchtwassers
liegt bei 200-300 μS/cm.
Zur Vorbereitung des Zuchtwassers gehört etwas Übung. Ich mische
Leitungswasser mit abgestandenem Regenwasser oder über Ionentauscher oder
Umkehrosmose entsalztem Wasser, so daß in der Mischung eine Leitfähigkeit von
etwa 300 μS/cm vorliegt. Anschließend wird übereinen Außen-Topffilter gefiltert,
in dem eine kleine Menge Torf (ungedüngter Gartentorf) zwischen einigen Lagen
Filterwatte eingebracht ist. Der Torf wird vor dem Einsetzen überbrüht, um ihn
möglichst keimfrei zu machen. Nimmt man zuviel Torf, kann die Pumpe keinen
Durchfluß mehr schaffen. Der Torf muß nach 1 Tag gewechselt werden. Nach 2-3
Tagen hat sich ein pH-Wert von etwa 5,0 eingestellt. In dieses Wasser setze ich
die Fische sofort ein. Gefiltert wird während der Ablaichzeit über einen kleinen
Innenfilter.
Es wird eine Gruppe mit z.B. 4 Männchen und 4 Weibchen abgesetzt. Gefüttert
wird nicht, um möglichst wenig Nährboden für Keime zu bilden. Die Abgabe der
Eier erfolgt nach 2-8 Tagen, zumeist an 2 Tagen hintereinander. Gelegentlich
wird in dieser Zeit auch mal gar nicht abgelaicht. Dann werden die Zuchttiere
wieder ins Gesellschaftsbecken zurückgesetzt und einige Tage gefüttert, bevor
sie erneut angesetzt werden. Um den Laichansatz zu fördern, füttere ich mit
gefrorenen schwarzen und roten Mückenlarven.
Anders als in der Literatur beschrieben, lassen sich Kongosamler bei mir in
etwa 3wöchigen Abständen immer wieder zum Ablaichen anregen.
Pro Ansatz werden im Durchschnitt etwa 300- 400 recht große Eier abgegeben.
Die Eier kleben nicht im Laichsubstrat (grüne Filterwatte), sondern fallen
einfach zu Boden. Ein Laichrost aus Kunststoff-Fliegendraht schützt die Eier
davor, von den Eltern gefressen zu werden. Nach der Laichabgabe werden die
Eltern herausgefangen und das Becken wird etwas abgedunkelt.
Die Jungfische schlüpfen erst nach 6-8 Tagen. Bei mir verpilzt bislang immer
ein ziemlich großer Teil der Eier, der wahrscheinlich nicht befruchtet wurde.
Diese Eier werden nach wenigen Stunden milchig trüb und sind optisch sehr
auffällig. Die befruchteten Eier hingegen bleiben fast glasklar und sind auf dem
torfbedeckten Boden fast unsichtbar. Hier muß man einige Geduld haben und
abwarten, bis die Jungfische schlüpfen. Sie werden bei mir sofort mit
Artemianauplien gefüttert. Nach einigen Tagen wird das Zuchtwasser in kleinen
Teilmengen gegen Leitungswasser gewechselt.
Christoph Pasel