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Lachsroter Regenbogenfisch (Glossolepis incisus)

Rote Regenbogenfische sind friedliche, schwimmfreudige Schwarmfische, die durch ihr lebhaftes Verhalten und natürlich durch die Farbenpracht der Männchen begeistern. Ihre Zucht ist nicht schwierig – bis auf ein Problem, auf das in diesem Artikel besonders eingegangen wird.

Zur Zucht habe ein Männchen mit 2 Weibchen bei 25 °C in einem 70 l-Becken angesetzt. die Tiere waren etwa 1,5 Jahre alt und 8-10 cm lang. Als Zuchtwasser eignete sich das Oberhausener Leitungswasser (ca. 12 dGH). Als Laichsubstrat wurde ein großer Ballen Javamoos eingebracht. Die Tiere sind Dauerlaicher. Es werden täglich Eier abgelegt, nach ALiteraturangaben bis zu 50 Stück am Tag. Viele Eier werden von den Eltern sofort gefressen. Die Balz erfolgte bei meinen Tieren besonders ausgeprägt in den Abendstunden. Probleme bereitet es, die Eier überhaupt am Substrat zu erkennen, da sie besonders klein und fast glasklar sind. Der Hinweis in der Literatur, man könne die Eier täglich absammeln und in ein separates Aufzuchtbecken überführen, erwies sich als nicht praktikabel, obwohl die Eier tatsächlich wenig empfindlich gegen mechanische Beschädigung sind und gut und gerne 10 min außerhalb des Wassers bleiben können, ohne Schaden zu nehmen. Die Eier haften nämlich mit Hilfe eines dünnen Fadens sehr fest am Substrat und sind nur mühsam abzusammeln. Also blieb nichts anderes übrig, als das komplette Substrat in ein Aufzuchtbecken zu überführen.

Probleme mit Laichverpilzung traten nicht in nennenswertem Maße auf. Die Jungfische schlüpfen bei 25 °C nach etwa 6 Tagen und schwimmen kurz darauf bereits frei. Und jetzt fangen die Schwierigkeiten an. Die frisch geschlüpften Tiere sind sehr klein, und zunächst langsamwüchsig, so daß sie über mehr als 8 Tage konstant ein ausreichendes Angebot an Infusorien benötigen. Ein erster Versuch mit staubfein verriebenem Trockenfutter führte nicht zum Erfolg. Dieser stellte sich erst beim nächsten Versuch ein, als die mit Pantoffeltierchen gefüttert wurde. Damit die Fische die Futtertiere auch finden, werden sie in der kritischen Zeit in einem möglichst kleinen Wasservolumen gehalten (3-5 l).

Die Kultur von Pantoffeltierchen erfolgt bei mir in 5-10 Einmachgläsern. Gefüttert wird mit getrockneten Würfeln der Steckrübe (Brassica napus, in der Literatur zumeist Kohlrübe genannt), die im späten Herbst auf Wochenmärkten angeboten wird. Alternativ kann Milch verwendet werden. Die Pantoffeltierchen wurden von mir mit einer Pipette direkt aus der Kulturflüssigkeit entnommen und ohne weitere Reinigung verfüttert. Je nach Sauerstoffgehalt der Kulturflüssigkeit halten sie sich in großen Mengen am Boden (bei hohem Sauerstoffgehalt) oder am Glasrand nahe der Oberfläche (bei geringem Sauerstoffgehalt) auf.

Die Bereitstellung einer ausreichenden Menge dieser Einzeller zum richtigen Zeitpunkt und über mehrere Tage erfordert eine ganze Menge Übung und sorgfältige Vorbereitung. Eine häufige Kontrolle der Kulturen und ein Gefühl dafür, wieviel Futter die Pantoffeltierchen brauchen, sind absolut notwendig. Nichts passiert leichter, als daß man sich eine Kultur durch zu reichliche Fütterung verdirbt. Außerdem benötigt man am Anfang einige Pantoffeltierchen, um die erste Kultur zu impfen. Hierzu spricht am besten einen Aquarianer an, der eine solche Kultur betreibt. Der häufig empfohlene Weg, über Heu- Bananenschalen- oder Reisaufgüsse eine Pantoffeltierchenkultur aufzubauen, hat bei mir nie funktioniert. Mein Kollege Eckart Hillenkamp hat allerdings gezeigt, daß sowas doch geht, wenn man den Aufguß mit Tümpelwasser impft und viel Geduld hat. Pantoffeltierchen sind mit dem bloßen Auge noch ganz gut zu erkennen.

Nach 8-10 Tagen sind die Jungfische groß genug ,um Artemianauplien zu bewältigen. Bei der weiteren Aufzucht ist zu beachten, daß die Tiere recht langsam wachsen und große Futtermengen benötigen. Entscheidend ist daher bei einer größeren Anzahl von Jungfischen ein Teilwasserwechsel etwa alle 2-3 Tage.

Christoph Pasel

 

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