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Kurze Geschichte der vereinseigenen Aquarienanlage der GfA im Botanischen Garten Duisburg-Hamborn

Ein Bericht von Andreas Eichler

Als in den sechziger Jahren noch Geld in den Töpfen der Kommunen war, baute auch die Stadt Duisburg das vorhandene Angebot an Naherholungsmöglichkeiten aus und schuf im Botanischen Garten Duisburg-Hamborn nicht nur neue Gewächshäuser, sondern auch eine Aquarienanlage. Die war zunächst schwerpunktmäßig auf die Unterwasserflora ausgerichtet, wurde jedoch im Laufe der Jahre mehr und mehr mit vom Bürger „abgegebenen“ Fischen  besetzt.

Da jedoch die Pflege von Aquarien Arbeit bedeutet und diese nun mal Geld kostet, dachte man 1993 seitens der Stadt über eine mögliche Schließung nach. Hierüber wurde ich vom damaligen Vorsitzenden des Grünflächenausschusses im Rat der Stadt Duisburg in einem persönlichen Gespräch informiert. So wurde im Herbst 1993 die Idee geboren, die bestehende Anlage, ähnlich wie die Bezirkssportanlagen, in private Hände zu übergeben, um sie für die Öffentlichkeit erhalten zu können.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal hervor heben, dass es auf Grund von Interessensgleichheit zwischen den  gewählten Bürgervertretern und dem Verein zu diesem Gedanken kam, und nicht durch eine Vermittlung eines Zoohändlers, wie fälschlicherweise manchmal behauptet wird.

Nun ist eine Entscheidung, an deren Folge eine Menge persönliches und finanzielles Engagement des Vereins hängt, nicht  über Nacht zu treffen. Zunächst mussten Konzepte für die zukünftige Gestaltung und Nutzung der Anlage durchdacht und im Verein diskutiert werden, die anschließend mit den politischen Gremien abzusprechen waren. Hier zeigte sich der Grünflächenausschuss sehr kooperativ und beauftragte das Grünflächenamt, mit der GESELLSCHAFT FÜR AQUARIENKUNDE e.V. einen Nutzungsvertrag auszuarbeiten.
Als dann auch noch die Jahreshauptversammlung der Mitglieder dem Projekt zustimmte, fing die Arbeit erst richtig an und traf uns mit voller Wucht.

Die Aquarienbecken und die dazu gehörigen Räume waren in einem katastrophalen Zustand. Alle Becken wurden entleert, um die gesamte Anlage komplett zu renovieren. Die Becken wurden neu verklebt, vorhandene Technik überarbeitet oder durch neue ersetzt, die Räume mir frischer Farbe gestrichen und zum Teil mit neuen Fenstern versehen. Bis zur Eröffnung im August 1994 wurden zum Beispiel  zwei Tonnen Kies verarbeitet.

Unser Ziel war es, Biotopbecken einzurichten, das heißt, wir wollten das natürliche Umfeld der Fische möglichst gut nachstellen. Da außerdem noch ein Querschnitt aus der Aquaristik der verschiedenen Kontinente vorgestellt werden sollte, war uns bald klar, dass die Besetzung der Becken im Laufe der Zeit sicherlich gewechselt werden muss. Aber so bleibt die Anlage ja auch für die Besucher interessant.

Auch nach der offiziellen Eröffnung im August 1994 durch die Bezirksvorsteherin Frau Riederer im Beisein des Oberbürgermeisters Josef Krings wurde hinter den Schaubecken noch weiter fleißig gearbeitet. So wurde die bis dahin vorhandene alte Technik durch neue, zum Teil selbst entwickelte und gebaute ersetzt. Die gesamte Elektrik, einschließlich Beleuchtung, wurde in vielen Arbeitsstunden von unserem „Vereinselektriker“ erneuert, die Sicherheit der Mitarbeiter in der Anlage erhöht und die gesamte Quarantäneanlange (15 Becken) ausgetauscht und mit gesicherter Elektrik versehen. Auch heute ist hier kein Ende der Arbeit abzusehen, da immer wieder neue Ideen  umgesetzt werden..

Um dem erfreulichen Besucherstrom gerecht werden zu können, werden in unregelmäßigen Abständen einzelne Becken neu gestaltet oder neu besetzt. Uns helfen die Besucher allein durch ihre Anwesenheit, den früher oft auftretenden Vandalismus deutlich in Grenzen zu halten. Sicherlich haben hierzu auch die Umgestaltung der Besucherräume und viele Gespräche mit den „Kids“ beigetragen.

Durch die Informationsveranstaltung über Presse und Rundfunk und das Angebot an alle Interessierten, im Botanischen Garten Duisburg-Hamborn mit erfahrenen Aquarianern sprechen zu können, hat sich der Besucherzuspruch erheblich gesteigert. Wir konnten sogar schon weitgereiste Aquarianer in unserer Anlage begrüßen. Insbesondere die Nutzung des Unterrichtsraumes als offenes Diskussionsforum für alle Aquarianer an den Sonntagen hat sich bewährt. Hier kann sich der Neueinsteiger Grundwissen direkt von der Quelle holen, genauso wie der Altaquarianer neue Informationen zu Weiterentwicklung der Technik usw. bekommen kann. Regelmäßig finden Beratung von Bürger, Führungen für Schulen und Vereine sowie Zuchtversuche statt.

Die Mitglieder des Pflegeteams leisten in ihrer Freizeit die anfallenden Arbeiten in der Schauaquarienanlage / Quarantäneanlage. So sind täglich zwei bis drei Vereinsmitglieder in einem festen Futterplan eingebunden. Die Becken sind in sogenannte Patenschaften übergeben, so dass eine bestimmte Person für den Zustand des jeweiligen Beckens verantwortlich ist, was nicht heißt, dass die anderen Vereinsfreunde keine Hilfestellung geben. Nur als engagierte Gruppe ist die anfallende Arbeit zu schaffen. Für spezielle Probleme stehen ein Elektriker und ein Technikbeauftragter aus den Reihen des Temas zur Verfügung.

Finanziert wird die Anlage ausschließlich aus Spenden. So setzen sich die Fische in den Schaubecken zu einem großen Teil aus gespendeten Tieren zusammen. Auch die alljährliche. Im November stattfindende, Versteigerung von Fischen, Pflanzen und Technik kommt der  Anlage zu Gute. Hierfür stellen die Vereinsmitglieder Nachzuchten und Material zur Verfügung.

Heute zählt die Schauaquarienanlage der GESELLSCHAFT FÜR AQUARIENKUNDE e.V. im Botanischen Garten Duisburg-Hamborn sicherlich zu den schönsten Vereinsanlagen. Dass dies so bleibt hängt unter anderem von der hohen Akzeptanz durch die Bürger ab.

 

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