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Die Schlangenköppe im Botanischen Garten
Seit Sommer 2010 pflegen wir im
Tropenhausaquarium des
Botanischen Gartens Hamborn Schlangenkopffische in einem
sehr gut gelungenen Aquaterrarium.
Der Entschluss, ein artgerechtes Channabecken einzurichten
und Schlangenkopffische zu pflegen entstand recht spontan
anlässlich einer geführten Besichtigung des
Sealife Oberhausen im Frühsommer 2010. Die überaus
interessante Besichtigung führte uns auch „hinter
die Kulissen“ des Sealife Oberhausen, wo wir Teile der
technischen Anlage zu sehen und erklärt bekamen.
Zum Schluss, in Räumen, die u. a. der Aufzucht dienen,
sahen wir in einem Becken Channa orientalis in einem artgerecht
ausgestatteten, zugewachsenen Becken schwimmen. Wir, insbesondere
Tobias und Andreas, waren sofort Feuer und Flamme, als wir hörten, dass ein Mitarbeiter des Sealife, Pascal Antler,
als Spezialist für Schlangenkopffische gilt, und verschiedenste Arten dieser Fische züchtet und anbietet.
Als Schlangenkopfbegeisterte verließen wir das Sealife mit dem Entschluss, das überfällige
Boesemani-Becken aufzulösen und für Channa neu einzurichten und zu gestalten.
Einrichtung unseres Channabeckens
 Gesagt, getan. Tobias Schade, der schon länger die Idee hatte, ein Becken mit bepflanztem Landteil und halbhohem Wasserstand
einzurichten, machte sich ans Werk.
Er setzte mit großem Geschick einen gut durchdachten Plan um: er bastelte steinbesetzte Rückwände, integrierte in
den Filterverlauf einen Wasserfall über eine Korkplatte, baute mit Holzwuzeln ein Landteil und strukturierte den Wasserteil so,
dass diese rauflustigen Fische ausreichend Versteck- und Ausweichmöglichkeiten haben.
Der Aufbau des überhängenden Landteils erfolgte auf der Oberseite der Wurzeln und in „Korktaschen“, die an den
Rückwänden angebracht wurden. Eine üppige Bepflanzung des Landteils rundet die Ausstattung des Landteils ab;
hier wächst und gedeiht ein Dickicht meist tropischer Pflanzen, z. B. Efeutute, Kannenpflanze, Orchideen, Philidendron, Anubia
rotundifolia … Laub und Erlenzäpfchen runden das natürliche Bild auf dem Sandboden ab.
Für die notwendige Gärtner- und Pflanzarbeit bleibt (zum Glück für uns alle…) Tobias als Pflanzenspezialist
fleißig am Ball, so dass ein kontrolliert wachsender Miniurwald oberhalb des ca. 40 cm hohen Wasserstandes das beeindruckende Bild
eines außergewöhnlichen Aquarienbeckens ergibt.
Das Wasser wird nicht geheizt, so dass die Temperatur entsprechend der subtropischen Jahreszeiten zwischen 17 und 24°C schwankt.
Die Fütterung, ganz überwiegend mit Lebendfutter, erfolgt 1-2mal pro Woche, jedoch in den Wintermonaten aufgrund des
niedrigeren Stoffwechsels, seltener.
Channa stewartii Also: das Becken war eingerichtet, lief ein, die Filterung funktionierte gut – her mit den Channa!
Der Verein erhielt von Pascal Antler ein ausgewachsenes Pärchen Ch. Stewartii.
Die beiden haben sich ohne Probleme eingelebt und zeigen uns, was sie so drauf haben: Lauern, überraschend sportliche Sprünge
nach Heimchen, auch mal ne kräftige Meinungsverschiedenheit mit großer Lücke in der Schwanzflosse….
Leider haben sie uns bisher noch nicht ihr äußerst interessantes Brutpflegeverhalten gezeigt.
Aber ihr „schlechte Laune-Gesicht“ ist unschlagbar…schön….
Artbeschreibung
 Schlangenkopffische: (Channidae,
Syn
. Ophicephalidae)
Eine
Raubfischfamilie
, die mit zwei
Gattungen
und mindestens 32 Arten Süßgewässer Südasiens und Ostasiens
(Channa) sowie des tropischen
Afrika
(Parachanna) bewohnt.
Sie sind Labyrinthfische und gehören der Ordnung der Barschartigen an.
Da sie mit einem Labyrinthorgan atmosphärische Luft atmen, werden sie den
Labyrinthfischen zugeordnet.
 Die Channa stewartii (goldener Schlangenkopffisch) stammt aus Asien.
Sie ist als subtropischer Fisch in Gebirgsbächen Nordindiens zu finden. Je nach Herkunft gibt es Varianten mit Unterschieden in der Färbung und im Verhalten. Aussehen: kennzeichnend ist die Blaufärbung der unpaaren Flossen, welche außen schwarz/weiß -rot gesäumt sind. Männchen zeigen einen blauen Glanz am Körper und mehr schwarze Punkte auf den Flanken. Atmung: zusätzlich zur Kiemenatmung können Channas atmosphärische Luft atmen. Dazu benutzen sie ihr Suprabranchialorgan, ein labyrinthähnliches Organ. Größe: bis 35 cm Alter: bis ca. 15 Jahre Ernährung: Insektenfresser, auch Fisch, Garnelen, Krebse, Insekten, Larven und Würmer. Wasser: keine besonderen Ansprüche, jedoch niedrige Wassertemperatur bis 20° C. Fortpflanzung und Brutverhalten: Maulbrütende Elternfamilie: der Vater brütet die Jungen im Kehlsack aus und legt die noch schwimmunfähigen Jungen in einer Sandgrube ab. Die Mutter gibt Nähreier (unbefruchtete Eier) darüber, die für die erste Zeit als Ernährung dienen. Haltung: Paarweise im Artbecken. Es sollte zunächst eine kleine Gruppe von Jungtieren gehalten werden, um eine Paarbildung zu ermöglichen. Danach sollte das Paar ohne weitere Tiere gehalten werden, da sie recht rauflustige, stark Revier bildende Raubfische sind. Die Beckengröße sollte mindestens 100 cm Kantenlänge betragen. Für die Atmung wichtig ist ein Freiraum oberhalb des Wasserspiegels und ein ausbruchsicheres Becken, da diese Fische gut springen können. Abschließend kann man sagen, dass unser Channa-Becken sowohl für uns als auch für die Besucher eine Bereicherung darstellt, die wir nicht mehr missen möchten.
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